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Newsletter März/April 2018

Newsletter März/April 2018

Hintergrundinformationen zur Dauerfristverlängerung

Dauerfristverlängerung – Dieser Begriff ist vielen bekannt. Aber was steckt dahinter?

Mit dem Antrag auf Dauerfristverlängerung wird der Abgabetermin der Umsatzsteuervoranmeldung um einen Monat verlängert. Unternehmen, deren Umsatzsteuerzahllast im Vorjahr mehr als 7.500,00 EUR betragen hat müssen ihre Umsätze im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung monatlich an das Finanzamt melden. Die Frist für diese monatliche Meldung ist jeweils der 10. des Folgemonats. Die Umsatzsteuervoranmeldung für Januar ist somit bis zum 10. Februar abzugeben.

Mit der Abgabe einer Dauerfristverlängerung hat man die Möglichkeit, diese Frist um jeweils einen Monat zu verlängern. Somit wäre dann die Umsatzsteuervoranmeldung für Januar erst bis zum 10. März abzugeben.

Damit man diese Dauerfristverlängerung bekommt, muss man eine Sondervorauszahlung in Höhe von 1/11 der Umsatzsteuerzahllast des Vorjahres leisten, die man aber mit der Abgabe der Dezember- Voranmeldung zurückbekommt. Somit gibt man dem Finanzamt für die Dauer von einem Jahr ein zinsloses Darlehen.

Wenn die Umsatzsteuerzahllast zwischen 7.500,00 EUR und 1.000,00 EUR im Vorjahr betragen hat, muss man die Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich abgeben. Hier ist ebenfalls eine Dauerfristverlängerung möglich, eine Sondervorauszahlung hierfür entfällt aber. Bei einer Umsatzsteuer-Zahllast von unter 1.000,00 EUR im Vorjahr entfällt die Verpflichtung zur Abgabe einer Umsatzsteuer-Voranmeldung und es reicht, wenn man die Umsatzsteuer in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung meldet.

Neue GWG – Grenze ab 2018

Ab dem 01.01.2018 wird die Grenze für eine Sofortabschreibung von sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgütern von 410,00 EUR auf 800,00 EUR netto erhöht. Demnach werden Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungspreis bis 800,00 EUR ohne Berücksichtigung der Umsatzsteuer sofort abgeschrieben und sind sofort Betriebsausgaben.

An den Voraussetzungen für ein geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) ändert sich nichts: Es muss sich auch weiterhin um ein bewegliches, abnutzbares Wirtschaftsgut des Anlagevermögens handeln, das selbstständig nutzbar ist.

Selbstständig nutzbar sind beispielsweise Regale und Schränke (auch wenn diese miteinander verbunden sind), EDV-Geräte, Datenspeicher, Handy und Tablets.

Die bisherige Wahlmöglichkeit, Wirtschaftsgüter in einem Sammelposten zusammenzufassen und über fünf Jahre abzuschreiben, bleibt bestehen. Die Obergrenze hierbei bleibt mit 1.000 EUR unverändert.

Neuerungen bei Eigenanteil zum Firmenwagen

Aufgrund der Rechtsprechung des BFH sowie dem BMF-Schreiben vom 21.09.2017 sind folgende Fragen im Zusammenhang mit der Firmenwagenbesteuerung geklärt:

Übersteigende Zuzahlung:
Übersteigt die Zuzahlung des Arbeitnehmers den geldwerten Vorteil, wird der geldwerte Vorteil auf maximal 0 Euro gekürzt. Die Überzahlung geht steuerlich verloren und es ist kein Werbungskostenabzug für den übersteigenden Betrag möglich.

Selbst getragene Betriebskosten:
Vom Arbeitnehmer selbst getragene Betriebskosten für den Firmenwagen werden auf den geldwerten Vorteil als eigene Zuzahlung angerechnet. Die Anrechnung erfolgt jedoch ebenfalls bis max. 0 Euro geldwerter Vorteil.

Anrechenbare Kosten wären Treibstoffkosten, Wartungs- u. Reparaturkosten, Kfz-Steuer, Kfz. Versicherung, Garagen- u. Stellplatzmiete sowie Wagenpflege.

Nicht anrechenbare Kosten sind beispielsweise Straßen- u. Tunnelbenutzungsgebühren, Fährkosten, Parkgebühren, Aufwendungen für Insassen- u. Unfallversicherung, Verwarnungs-, Ordnungs- u. Bußgelder.

Die Anrechnung der Betriebskosten kann im Lohnsteuer-Abzugsverfahren über den Arbeitgeber berücksichtigt werden oder über die Anrechnung in der Einkommensteuer-Erklärung des Arbeitnehmers als negativer Arbeitslohn erfolgen. Die Originalbelege sowie eine Eigenerklärung des Arbeitnehmers zu den von ihm getragenen Betriebskosten und zur Gesamtfahrleistung des Pkw sind als Nachweis erforderlich.

Branchenmindestlöhne im Dachdeckerhandwerk, Gebäudereinigung und Baugewerbe

Neue tarifliche Mindestlöhne gelten ab März 2018 für alle Beschäftigten

Im Baugewerbe, dem Dachdeckerhandwerk und der Gebäudereinigung gelten seit dem 1.1.2018 neue tarifliche Mindestlöhne, die die Tarifparteien Ende 2017 ausgehandelt hatten. Das Bundeskabinett billigte nun die entsprechenden Mindestlohnverordnungen. Damit müssen die Branchenmindestlöhne auch in nicht tariflich gebundenen Betrieben gezahlt werden. Sie gelten auch für aus dem Ausland nach Deutschland entsandte Beschäftigte.

Dachdeckerhandwerk: Qualifikation entscheidend

Beim Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk wird erstmals nach dem Qualifikationsniveau unterschieden. Gelernte Dachdecker erhalten nun mindestens 12,90 Euro. Ungelernte mindestens 12,20 Euro. Die Laufzeit der Mindestlohnverordnung endet am 31.12.2019.

Gebäudereinigung: Ab Ende 2020 bundeseinheitlicher Mindestlohn

In den alten Bundesländern müssen Reinigungskräfte in der Innenreinigung mindestens 10,30 Euro pro Zeitstunde erhalten. In den neuen Bundesländern 9,55 Euro. Glas- und Fassadenreiniger steht ein Stundenlohn von mindestens 13,55 Euro in den alten Bundesländern und 12,18 Euro in den neuen zu. Die Lohnuntergrenze soll in den folgenden Jahren weiterhin ansteigen bis sie ab 1.12.2020 bundeseinheitlich bei 10,80 Euro für die Innenreinigung und 14,10 Euro für Glas- und Fassadenreinigung liegt. Die Mindestlohnverordnung tritt am 31.12.2020 außer Kraft.

Baugewerbe: Mindestlohn steigt bundesweit

Ungelernte erhalten bundesweit einen Stundenlohn von mindestens 11,75 Euro ab März 2018. Der Mindestlohn für Facharbeiter ist regional unterschiedlich. Er beträgt in Ostdeutschland zunächst  11,75 Euro. In Westdeutschland liegt er bei 14,95 Euro pro Zeitstunde. In Berlin gilt ein Mindestlohn von zunächst 14,80 Euro. Die Mindestlohnverordnung im Baugewerbe gilt bis 31.12.2019.