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Newsletter Dezember 2020

Newsletter Dezember 2020

Das Jahr 2020 war vor allem geprägt durch die Corona-Pandemie, welche den Menschen, vielen Unternehmen und allgemein der Wirtschaft unseres Landes schwer zugesetzt hat. Infolgedessen hat die Regierung neben der Soforthilfe und der Überbrückungshilfe I im Frühjahr weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen beschlossen, welche wir im ersten Teil dieses Newsletters darstellen. In eigener Sache möchten wir noch anmerken, dass auch uns dieses Jahr extrem gefordert und ein Arbeitspensum abverlangt hat, welches in dieser Form nicht abzusehen war. In diesem Zusammenhang möchten wir uns auch dafür entschuldigen, dass hier und da das gewohnte „Sofort“ bei der Erledigung ihrer Anliegen nicht ganz geklappt hat und es bei manchen Wünschen zu kleinen, aber bei uns nicht gewohnten Verzögerungen kam.
 

Verlängerung der Corona-Überbrückungshilfe II

Corona-bedingte Auflagen und Schließungen haben in vielen Branchen zu Umsatzeinbußen geführt. Hier setzt die Überbrückungshilfe an. Sie ist ein branchenübergreifendes Zuschussprogramm für den Mittelstand.

Die Überbrückungshilfe wurde verlängert und umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Für kleine und mittelständische Unternehmen sowie für Selbständige und gemeinnützige Organisationen bietet die Überbrückungshilfe eine finanzielle Unterstützung, um Umsatzrückgänge während der Corona-Krise abzumildern.

Die Antragstellung für die Überbrückungshilfe II kann seit dem 21. Oktober 2020 durch „einen prüfenden Dritten“ vorgenommen werden, um so die Betrugsfälle bei der Inanspruchnahme der Leistung zu minimieren. Die hierfür anfallenden Kosten werden im Rahmen der Überbrückungshilfe anteilig erstattet.

Die Überbrückungshilfe II kann maximal für vier Monate (September, Oktober, November, Dezember 2020) beantragt werden. Die Förderhöhe bemisst sich nach den zu erwarteten Umsatzeinbrüchen der Fördermonate September, Oktober, November, Dezember 2020 im Verhältnis zu den jeweiligen Vergleichsmonaten.

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von:

  • 90% der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70%
  • 60% der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50% und ≤ 70%
  • 40% der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 30%

Die Personalkosten werden in der Überbrückungshilfe mit einer Pauschale erstattet. Diese wird auf 20 Prozent (der förderfähigen Fixkosten) erhöht. (bisher 10 Prozent)

Bei der Schlussabrechnung sind künftig Nachzahlungen ebenso möglich wie Rückforderungen    (bei Überbrückungshilfe I keine Nachschusspflicht).

Eine weitergehende Überbrückungshilfe III, welche die Monate Januar bis Juni 2021 umfasst, ist bereits beschlossen, die genaue Ausgestaltung wird zurzeit noch ausgearbeitet.
 

Novemberhilfe

Die Novemberhilfe ist eine außerordentliche Wirtschaftshilfe für direkt, indirekt oder indirekt über Dritte betroffene Unternehmen, welche von der Schließungsanordnung vom 28. Oktober 2020 betroffen sind.

Der Zuschuss beträgt 75% des Vergleichsumsatzes (November 2019) und wird anteilig für jeden Tag im November 2020 berechnet, an dem ein Unternehmen tatsächlich vom Corona-bedingten Lockdown betroffen war.

Die Novemberhilfe verringert sich, wenn die Umsatzerlöse im November 2020 mehr als 25% des Vergleichsumsatzes betragen.

Als direkt Betroffene gelten Unternehmen und Soloselbständige, die in der Schließungsanordnung tatsächlich aufgeführt sind. Dazu gehören unter anderem Bars, Kneipen, Gastronomiebetriebe, Theater, Kinos, Messen, Kosmetik- sowie Fitnessstudios.

Als indirekt Betroffene gelten Unternehmen und Soloselbständige, die nachweislich und regelmäßig (das heißt im Jahr 2019) mindestens 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den oben genannten Maßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen. Beispiel: Eine Wäscherei, die vorwiegend für Hotels arbeitet, die direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffen sind.

Als indirekt über direkt Betroffene gelten Unternehmen und Soloselbständige, die regelmäßig mindestens 80 Prozent ihrer Umsätze durch Lieferungen und Leistungen im Auftrag direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffener Unternehmen über Dritte erzielen. Beispiel: Ein Caterer, der über eine Veranstaltungsagentur eine Messe beliefert. Die Messe ist als direkt betroffenes Unternehmen geschlossen, die Veranstaltungsagentur würde sonst von der Messe beauftragt und ist in diesem Fall indirekt von der Schließung der Messe betroffen. Der Caterer würde sonst von der Veranstaltungsagentur beauftragt und gilt daher als indirekt über Dritte betroffen.

Werden im November 2020 weitere Hilfen (z.B. Überbrückungshilfe II, Kurzarbeitergeld) gezahlt, so werden diese auf die Novemberhilfe angerechnet. 

Eine weitere Dezemberhilfe gilt bereits als beschlossen, auch hier muss die genaue Ausgestaltung noch abgewartet werden.
 

Neue Regelungen zu Home Office

Drei-Tage-Home-Office
Wird an drei Tagen in der Woche oder mehr von zu Hause gearbeitet, stellt sich die Frage, ob die Arbeiten im Betrieb und im Homeoffice qualitativ gleichwertig sind. Wenn dies der Fall ist, sind die Kosten für das Arbeitszimmer in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar, da das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist.

Sofern die Arbeit im Betreib als qualitativ höherwertiger eingestuft wird, kommt für das Arbeitszimmer nur ein Abzug bis 1.250€ in Betracht.

Zwei-Tage-Homeoffice
Wenn an zwei Tagen in der Woche zu Hause gearbeitet wird, stellt sich die Frage, ob der Arbeitsplatz im Betrieb in dieser Zeit genutzt werden könnte. Ist die Nutzung weder eingeschränkt noch untersagt, ist ein Werbungskostenabzug für das Arbeitszimmer nicht möglich.

Wird der Arbeitsplatz in dieser Zeit jedoch von einem anderen Mitarbeiter genutzt oder der Arbeitgeber untersagt die Nutzung des Arbeitsplatzes im Betrieb, können bis zu 1.250€ für das Arbeitszimmer als Werbungskosten geltend gemacht werden.
 

Voraussichtliche Änderung der Umsatzsteuer zum 01.01.2021

Zur Stärkung der Wirtschaft in der Corona-Pandemie war – erstmals in Deutschland – beschlossen worden, die Steuersätze für einen festgelegten Zeitraum abzusenken.

Grundsätzlich gilt somit folgendes:
Für den Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 wird auf alle ausgeführten Umsätze der abgesenkte Regelsatz von 16% – anstatt 19% – angewandt.

Für den ermäßigten Steuersatz gilt im gleichen Zeitraum die Absenkung von 7% auf 5%.

Für die Entstehung der Umsatzsteuer und somit für die Anwendung des richtigen Steuersatzes, kommt es darauf an, wann die Lieferung oder Leistung ausgeführt worden ist, unabhängig davon, ob der Unternehmer seine Umsätze nach vereinnahmten Entgelten (Ist-Besteuerung) oder nach vereinbarten Entgelten (Soll Besteuerung) besteuert.

Die somit eintretenden Änderungen ab Januar 2021 bitte bei Ein- und Ausgangsrechnungen überprüfen!

Beispiel I:
Unternehmer leistet im Dezember, Rechnungsstellung erfolgt im Januar. Obwohl im Januar bereits wieder der Regelsteuersatz von 19% gilt, wird die Leistung noch mit 16% ausgewiesen, da diese im Zeitraum des abgesenkten Steuersatzes ausgeführt wurde.

Beispiel II:
Rechnungsstellung bereits im Dezember für die im Januar zu tätigende Leistung. Zwar liegt die Rechnungserstellung im Zeitraum des abgesenkten Steuersatzes von 5% bzw. 16%, da die Leistung allerdings erst im Januar ausgeführt wird, wird bereits die Rechnung mit dem dann gültigen Steuersatz von 7% bzw. 19% ausgewiesen.
 

Steuerklassenwechsel

Seit 01.01.2020 ist ein mehrmaliger Steuerklassenwechsel im Laufe des Kalenderjahres bei Ehegatten und Lebenspartnern möglich. Das Wort „einmalig“ wurde im Gesetz gestrichen.

Die Lohnsteuerklasse V kann Nachteile auf den Anspruch von Lohnersatzleistungen wie z. B. das Elterngeld haben. Knapp 90% der Frauen sind von den Nachteilen der Lohnsteuerklasse V betroffen. Deshalb ist es in manchen Fällen empfehlenswert, zu Beginn der Schwangerschaft die Lohnsteuerklasse zu wechseln, um ein höheres Elterngeld zu erhalten.
 

Mindestlohn steigt

Ab 01.01.2021 erhöht sich der gesetzliche Mindestlohn auf € 9,50 brutto pro Stunde. Bitte achten Sie darauf, dass bei einer geringfügigen Beschäftigung mit einem Entgelt von 450.- € pro Monat nicht mehr als 44 Stunden pro Monat gearbeitet werden darf. Das entspricht einer Wochenarbeitszeit von ca.10 Stunden. Bei Überschreitung der Stundenanzahl wird die geringfügige Beschäftigung zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

Ab Juli 2021 wird der Mindestlohn nochmals auf € 9,60 brutto pro Stunde angehoben.
 

Zertifizierte Sicherheitslösung  (TSE-Modul)  für Registrierkassen

Wie bereits in den letzten Informationsschreiben mitgeteilt, hat die Finanzverwaltung die Frist zur Aufrüstung von Registrierkassen mit einer zertifizierten Sicherheitslösung (TSE) bzw. die Pflicht zur Anschaffung einer solchen Kasse  zum 01.01.2020 beschlossen. Diese wurde zwischenzeitlich auf den 30. September 2020 verschoben. In einigen Bundesländern, hierunter auch Bayern, wird es nicht beanstandet, wenn die Aufrüstung bzw. die Neuanschaffung erst bis zum 31.03.2021 erfolgt. In diesem Fall muss jedoch nachgewiesen sein, dass die Beauftragung bzw. die Bestellung bis zum 30.09.2020 verbindlich erfolgt ist.
 

Schöne Weihnachten und ein gesundes neues Jahr

Gegenstand dieser Informationsschreiben sind Gesetzesänderungen und wichtige steuerliche Themen. Auch über den Jahreswechsel 2020/2021 hinaus werden wir Sie an dieser Stelle über die aus unserer Sicht wesentlichen Aspekte des Steuerrechts informieren.

Heute jedoch möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich für das uns entgegengebrachte Vertrauen bedanken und wünschen Ihnen und Ihren Familien, soweit das unter den gegebenen Einschränkungen möglich ist, ein schönes Weihnachtsfest sowie Glück, Erfolg sowie vor allem Gesundheit für das Jahr 2021.

Ihr PROFIL Team