Newsletter März 2017

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Umsatzsteuer

Für Vorsteuerzwecke zu beachten: Frist zur Zuordnungsentscheidung von gemischt genutzten Leistungen zum Unternehmen endet am 31. Mai des darauffolgenden Jahres.

Bei gemischt genutzten Eingangsleistungen ( z. B. PKW, Photovoltaikanlage ) ist es für den Vorsteuerabzug entscheidend, in welchem Umfang eine Zuordnung zum unternehmerischen Bereich vorliegt. Nur wenn eine zumin dest teilweise Zuordnung zum Unternehmensvermögen erfolgt, ist grundsätzlich der Vorsteuerabzug und in späteren Jahren gegebenenfalls eine Vorsteuerberichtigung möglich.

Ein Unternehmer hat insbesondere dann bestimmte Zuordnungswahlrechte, wenn er Gegenstände bezieht, die er teilweise unternehmerisch und teilweise nichtunternehmerisch zu verwenden beabsichtigt.

Handelt es sich bei der teilweise nichtunternehmerischen Verwendung um eine unternehmensfremde Tätigkeit (z. B. Entnahme für den privaten Bedarf des Unternehmers, Nutzung des PKW auch zu Privatzwecken), hat der Unternehmer in der Regel folgende Zuordnungswahlrechte:

  • Der Gegenstand kann insgesamt der unternehmerischen Tätigkeit zugeordnet werden.
  • Der Unternehmer kann den Gegenstand in vollem Umfang in seinem nichtunternehmerischen Bereich belassen.
  • Der Gegenstand kann im Umfang der tatsächlichen (ggf. zu schätzenden) unternehmerischen Verwendung seiner unternehmerischen Tätigkeit zugeordnet werden.

Für eine Zuordnung zum unternehmerischen Bereich bedarf es weiterhin mindestens einer 10%igen unternehmerischen Nutzung.

Wichtig ist, dass eine Zuordnungsentscheidung zum Unternehmensvermögen mit endgültiger Wirkung bis spätestens zum 31. Mai des Folgejahres erfolgt sein muss. Die Frist gilt unabhängig von einer etwaigen verlängerten Abgabefrist für die Steuererklärung. Wird die Frist versäumt, ist im Zweifel eine spätere Zuordnung zum Unternehmensvermögen ausgeschlossen. Ein Vorsteuerabzug sowie gegebenenfalls eine Korrektur in späteren Jahren sind nicht mehr möglich. Insofern bitten wir, falls Sie die Zuordnungsentscheidung beim Finanzamt nicht selbst vornehmen möchten, um entsprechende rechtzeitige Mitteilung bei Anschaffung eines entsprechenden Gegenstandes, damit wir für Sie die Zuordnung veranlassen können und so den Vorsteuerabzug sichern können.

Handwerkerleistungen

Das Finanzgericht München hat erstmals in einem Urteil entschieden, dass Handwerkerleistungen über die Arbeitsleistung auf dem Grundstück hinaus absetzbar sind. Der Austausch einer renovierungsbedürftigen Haustür stellt eine begünstigte Renovierungsmaßnahme nach§ 35a Abs. 4 EStG dar. Es handelt sich dabei um eine Leistung, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Haushalt des Steuerpflichtigen durchgeführt wird. Unerheblich ist nach Ansicht der Richter, ob die Arbeitskosten in der Werkstatt, oder in der Wohnung anfallen.

Meisterbonus und Werbungskostenabzug

Seit dem 01.09.2013 erhält jeder erfolgreiche Absolvent der beruflichen Weiterbildung zum Meister, oder zu einem gleichwertigen Abschluss, einen Meisterbonus in Höhe von 1.000,00 Euro. Dieser Meisterbonus kann als Zuschuss unter keine der sieben Einkunftsarten eingeordnet werden und ist deshalb nicht einkommensteuerpflichtig. Er mindert aber auch nicht die im Zusammenhang mit der Fortbildung geltend gemachten Werbungskosten

Aufwendungen für Fortbildungen mit persönlichkeitsbildendem Charakter als Werbungskostenoder Betriebsausgaben

Fortbildungskosten sind Aufwendungen, die ein Steuerpfl ichtiger leistet, um seine Kenntnisse und Fertigkeiten im ausgeübten Beruf zu erhalten, zu erweitern oder den sich ändernden Anforderungen anzupassen. Aufwendungen für die Fortbildung in dem bereits erlernten Beruf und für Umschulungsmaßnahmen, die einen Berufswechsel vorbereiten, sind als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abzugsfähig. Voraussetzung für den steuermindernden Abzug der Aufwendungen ist, dass die berufliche Veranlassung vorliegt.

Das Finanzgericht Hamburg stellt hohe Anforderungen an den Abzug von Aufwendungen für Seminare mit persönlichkeitsbildendem Charakter. Ein Abzug der Aufwendungen ist nur möglich, wenn die Seminare auf die spezifische berufliche Situation des Steuerpflichti gen zugeschnitten sind. Dass die im Seminar vermittelten Lerninhalte auch im berufl ichen Alltag einsetzbar und der berufl ichen Entwicklung förderlich sein können, reicht dem Gericht für die Anerkennung des Abzugs der Aufwendungen nicht aus.