Newsletter Dezember 2015

Aktuelles & Meldungen

Newsletter Dezember 2015

Steuer-ID für Bezug von Kindergeld nicht vergessen!

Wie in unserem Newsletter 07/2015 bereits erwähnt, wird das Kindergeld bzw. der Kinderfreibetrag zum Jahreswechsel erhöht. Zu beachten gilt es hierzu jedoch, dass die Familienkasse ab dem Jahr 2016 die Steuer-Identifikationsnummern von Kindern und Eltern benötigt. Darum muss die Steuer-ID desjenigen Elternteils, der das Kindergeld erhält, sowie die Steuer-ID des Kindes, für das Kindergeld beantragt wurde, bei der Familienkasse angegeben werden. Dadurch soll eine Doppelzahlung von Kindergeld vermieden werden. Die Steuer-ID muss ebenfalls für Kinder mitgeteilt werden, die vor 2008 geboren wurden (Einführung der Steuer-ID im Jahr 2008) und für die noch Kindergeld bezogen wird.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob die Kindergeldkasse die Steuer-Identifikationsnummer Ihres Kindes (und Ihre eigene) bereits vorliegen hat, können Sie telefonisch bei der Familienkasse nachfragen (kostenlose Telefonnummer: 0800/4555530).

Sollte Ihre ID oder die Ihres Kindes, noch fehlen, so teilen Sie der Familienkasse die entsprechende Steuer-ID schriftlich mit. Die Steuer-ID des Kindes hat das Bundeszentralamt für Steuern an die Eltern verschickt. Die eigene ID finden Eltern auf dem Einkommensteuerbescheid, der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung oder im Mitteilungsschreiben des Bundeszentralamts für Steuern. Anders als oft bekanntgemacht, gibt es noch keinen Grund zur Hektik; die Familienkasse akzeptiert auch ein Nachreichen der ID während des Jahres 2016. Dann müssen die ID-Nummern jedoch vorliegen, um nicht in Gefahr zur Rückzahlung oder Verweigerung der Auszahlung zu geraten. Bei Neuanträgen werden die ID-Nummern von Kind und Eltern zukünftig direkt abgefragt.

Änderungen beim Investitionsabzugsbetrag

Tolle Neuigkeiten gibt es für klein- und mittelständische Unternehmen! Die Regelungen des § 7g EStG zum Investitionsabzugsbetrag sind durch das StÄndG 2015 deutlich vereinfacht worden.

Die Grundregel bleibt erhalten: Für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgut des Anlagevermögens kann gewinnmindernd ein Investitionsabzugsbetrag in Höhe von bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gebildet werden. Entsprechend vermindern sich dann beim späteren Reinvestitionsgut, welches innerhalb der nächsten 3 Jahre nach Bildung des Investitionsabzugsbetrags angeschafft oder hergestellt sein muss, die für die Bemessung der Abschreibungen maßgebenden Kosten. Die Inanspruchnahme eines solchen Investitionsabzugsbetrages setzte bisher jedoch voraus, dass das Unternehmen die Funktion des anzuschaffenden Wirtschaftsguts dem Finanzamt genau mitzuteilen hatte. Zwar war es zulässig die Funktion stichpunktartig zu beschreiben, aber auch hier musste zum Beispiel zwischen Bürotechnik (Laptop, PC-Drucker, etc.) und Büroeinrichtungsgegen-stand (Schreibtisch, Bürostuhl, etc.) unterschieden werden. Zudem musste auch immer die konkrete Anzahl der Wirtschaftsgüter konkret benannt werden. Dieser Bürokratieaufwand entfällt ab dem Wirtschaftsjahr 2016!

Zukünftig wird bei der Bildung eines Investitionsabzugsbetrags auf die Funktionsbezeichnung vollständig verzichtet. Da auch der Nachweis der konkreten Investitionsabsicht entfällt, kann künftig ein Investitionsabzugsbetrag für ein beliebiges angeschafftes oder hergestelltes Wirtschaftsgut verwendet werden. Der Steuerpflichtige kann also frei entscheiden für welche Investitionen er diese Abzugsbeträge verwendet. Wichtig ist nur dass die Investition innerhalb des Dreijahreszeitraums erfolgt, da anderenfalls eine Rückgängigmachung der Abzugsbeträge mit einer Verzinsung der daraus resultierenden Steuernachforderung erfolgt.

Tipp:
Unternehmern wird damit ab dem Jahr 2016 ein flexibles Steuergestaltungsinstrument in die Hand gegeben. Investitionsgüter können ausgetauscht werden, ohne dass eine rückwirkende Auflösung des Investitionsabzugsbetrags mit dem entsprechenden Zinsrisiko erfolgt. Da diese Möglichkeit jedoch erst ab dem Wirtschaftsjahr 2016 besteht, sollte überprüft werden, inwieweit noch in diesem Jahr die Bildung eines Investitionsabzugsbetrags sinnvoll ist. Denn bis zum Ende dieses Jahres gelten noch die strengen Altregelungen.

Miethöhe zum 01.01.2016 bei verbilligter Vermietung

Bei verbilligter Vermietung von Wohnungen sowohl an Angehörige als auch an fremde Dritte beträgt die Grenze 66 % der ortsüblichen Marktmiete. Deshalb ist Folgendes zu beachten: Beträgt die vereinbarte Miete mindestens 66 % der ortsüblichen Marktmiete, dann sind die mit den Mieteinnahmen zusammenhängenden Werbungskosten voll abzugsfähig. Liegt der Mietzins unterhalb von 66 % der ortsüblichen Marktmiete, können die Aufwendungen nur entsprechend dem entgeltlichen Anteil der Vermietung geltend gemacht werden.

Aus diesem Grund sollten bestehende Mietverträge kurzfristig darauf geprüft werden, ob sie den üblichen Konditionen entsprechen und auch so durchgeführt werden. Dies gilt auch für die zu zahlenden Nebenkosten. Insbesondere sollte die Höhe der Miete geprüft und zum 01.01.2016 ggf. angepasst werden. Dabei empfiehlt es sich, nicht bis an die äußersten Grenzen heranzugehen. Eine Totalüberschussprognose ist in allen Fällen nicht mehr erforderlich. Bei der Höhe der Miete kommt es zwar auf die 66 %-Grenze an, aber der Mietvertrag muss insbesondere bei Vermietung an Angehörige einem Fremdvergleich (Vermietung an fremde Dritte) standhalten, weil er sonst steuerrechtlich nicht anerkannt wird. Die Mieten und Nebenkosten sollten von den Angehörigen unbedingt pünktlich bezahlt werden.

Immer wieder: GoBD und Kassenführung

Bereits im Newsletter Juli/August diesen Jahres hatten wir auf die Grundzüge der neuen GoBD hingewiesen. Im Rahmen dieser Neuerungen kommt der ordnungsgemäßen Kassenführung eine noch größere Bedeutung zu.

In Betrieben, die überwiegend Barumsätze tätigen, stellt die Kassenführung in neuerer Vergangenheit einen Schwerpunkt bei Betriebsprüfungen dar. Bargeldintensive Branchen sind rechtsformunabhängig zur Führung einer Geschäftskasse verpflichtet. Kassenaufzeichnungen, die nicht den sog. Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung entsprechen, stellen ein Risikopotential dar, das oft unterschätzt wird. Wesentliche formelle oder materielle Mängel gefährden in bargeldintensiven Unternehmen das gesamte Buchführungswerk und fungieren als Einfallstor zur Schätzung. So führen Prüfungen in bargeldintensiven Betrieben aufgrund stiefmütterlicher Behandlung der Kassenaufzeichnungen häufig zu empfindlichen und teils existenzbedrohenden Steuernachzahlungen für mehrere Jahre. Neben den steuerlichen Auswirkungen werden im Verlauf einer Betriebsprüfung zudem nicht selten Steuerstraf- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, in dessen Folge sich zusätzliche finanzielle Belastungen ergeben können.

Darüber hinaus können in schwerwiegenden Fällen berufsrechtliche Konsequenzen drohen, etwa der Verlust einer Gaststätten- oder Taxikonzession. Um hiergegen gewappnet zu sein, empfehlen wir eindrücklich, größeres Augenmerk auf die Kassenführung zu legen und haben als Hilfestellung im Downloadbereich neue Formulare eingestellt, die Sie bitte auch verwenden sollten. Ab sofort haben Sie Zugriff auf die neuen Formulare Kassenbuch, Kassenbericht, Zählprotokoll und Einnahme-/Ausgabebeleg.

Frohes Fest und ein glückliches neues Jahr

Gegenstand dieser Informationsschreiben sind Gesetzesänderungen und wichtige steuerliche Themen. Auch über den Jahreswechsel 2015/2016 hinaus werden wir Sie an dieser Stelle über die aus unserer Sicht wesentlichen Aspekte des Steuerrechts fortlaufend informieren.

Heute jedoch möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich für das uns entgegengebrachte Vertrauen bedanken und wünschen Ihnen und Ihren Familien ein schönes Weihnachsfest sowie Gesundheit, Glück und Erfolg für das Jahr 2016.

Ihre PROFIL-Team