Newsletter August 2013

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Newsletter August 2013

Kindergeld auch für verheiratete Kinder in Berufsausbildung

Das Finanzgericht Köln hat in seinem Urteil vom 16.07.2013 entschieden, dass bei einem in Erstausbildung befindlichem Kind, welches das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, die per Gesetz vorgegebenen Voraussetzungen zum Bezug von Kindergeld gegeben sind. Unbeachtlich sind die im zu entscheidenden Fall vorliegenden Umstände, dass das Kind bereits verheiratet ist sowie die Ausbildungsvergütung und der Unterhaltsbeitrag des Ehemanns den Grenzbetrag von 8.004 € überschreiten. Die eigenen Bezüge der Kinder sind für die Voraussetzungen zum Bezug von Kindergeld unerheblich. Der Senat hat gegen sein Urteil Revision beim BFH zugelassen.

Sofort abziehbarer Erhaltungsaufwand oder doch nachträgliche Herstellungskosten?

Aufwendungen, die durch die Absicht veranlasst sind, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zu erzielen, sind keine sofort abziehbaren Werbungskosten, wenn es sich um Herstellungskosten handelt.

Der BFH hat in seinem am 14.08.2013 veröffentlichten Urteil klargestellt, dass es sich um nachträgliche Herstellungskosten handelt, wenn nach Fertigstellung eines Gebäudes die nutzbare Fläche – wenn auch nur geringfügig – vergrößert wird und dies eine „Erweiterung der Nutzungsmöglichkeit des Gebäudes“ zur Folge hat.
„Nutzbare Fläche“ sind neben der Wohnfläche auch die den Anforderungen des Bauordnungsrechts nicht genügenden Räume. Nach diesen Grundsätzen ist die erfolgte Dacherneuerung (hier: Satteldach statt Flachdach) eine Erweiterung des Gebäudes. Die Erweiterung der Nutzungsmöglichkeit ist bereits dadurch erfüllt, dass das Dachgeschoss den Anforderungen an einen Abstellraum genügt. Unbeachtlich ist hier die Tatsache warum das Satteldach errichtet wurde (bspw. fehlende Genehmigung).
Somit stellen die Kosten im Zusammenhang mit den Dacharbeiten Herstellungskosten dar, die nur über mehrere Jahre anteilig als Werbungskosten abgezogen werden können.

Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

Der Bundesfinanzhof hat im Jahr 2012 entschieden, dass Schuldzinsen für Darlehen, die ursprünglich zur Finanzierung von Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer zur Vermietung bestimmten Immobilie aufgenommen wurden, auch nach einer steuerbaren Veräußerung der Immobilie als nachträgliche Schuldzinsen abgezogen werden können. Voraussetzung ist, dass der Veräußerungserlös nicht ausreicht, um die Darlehensverbindlichkeiten zu tilgen. Das Bundesministerium der Finanzen
weist darauf hin, dass diese Entscheidung nicht anzuwenden ist, wenn „„die Schuldzinsen auf Verbindlichkeiten entfallen, die durch den Veräußerungserlös der Immobilie hätten getilgt werden können, „„der Verkauf der Immobilie außerhalb der zehnjährigen Veräußerungsfrist erfolgt, „„die Veräußerung auf einem vor dem 01.01.1999 rechtswirksam abgeschlossenen obligatorischen Vertrag oder gleichstehenden Rechtsakt (Altfälle) beruht.